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Die
Gemeinde Pfitsch ist eine der nördlichsten unseres Landes
und grenzt in ihrem nordöstlichen Bereich an das benachbarte
Österreich. Sie ist 142 km² groß und umfaßt
das 23 km lange Pfitscher Tal.
Der Taleingang mit dem Gemeindehauptort Wiesen liegt auf 950
m, das anschließende Hochtal steigt auf 1500 m an. Es
gibt einige vorgeschichtliche Siedlungsspuren auf den Anhöhen
(so etwa Burgstall, Gschleihboden usw.) Die dichtere Besiedlung
erfolgte erst z.Z. der bajuwarischen Landnahme (6.,7. Jh.).
Der Weiler Wiesen selbst scheint erstmals im Jahre 1288 urkundlich
auf, also vor fast genau 700 Jahren. Die gesamte Gemeinde zählt
ca. 2500 Einwohner, 10 % davon sind Italiener.
Wirtschaftliches:
Die Hauptbeschäftigung und die wichtigste Erwerbsquelle
der Bevölkerung des gesamten Tales war von Anfang an bis
in die jüngste Zeit die Landwirtschaft. Vom 15. bis zum
Beginn des 18. Jh. fanden viele, in dem zumindest für einige
Zeit blühenden Bergbau, Arbeit und Verdienst.
Gefördert wurden hauptsächlich Kupfer- und Schwefelkies,
in Wiesen war auch lange Zeit eine Schmelzhütte in Betrieb
(Schmelzer). Im Zusammenhang mit der Bergbautätigkeit wird
das Tal auch eine bessere verkehrsmäßige Erschließung
erfahren haben, die heutige Pfitscherstraße von Sterzing
bis zum Pfitscherjoch wurde 1933 bis 1938 erbaut.
Im Zuge der regen Bautätigkeit während der vergangenen
2 Jahrzehnte hat auch der Fremdenverkehr einen sehr starken
Aufschwung erlebt und wurde zu einem wichtigen Wirtschaftszweig.
Ungefähr 80 % der Erwerbstätigen sind heute im Industrie-
und Dienstleistungssektor beschäftigt, ein Großteil
davon pendelt nach Sterzing.
Die größten landwirtschaftlichen Nutzflächen
befinden sich heute auf dem Gebiet des ehemaligen Sterzinger
Mooses, das bis zum Dorfeingang von Wiesen reicht. Ende des
vorigen Jh. ist es entsumpft worden.
Das ganze Sterzinger Becken war nämlich nach dem Ende der
letzten Eiszeit von einem See bedeckt. Abstürzende Felsmassen
riegelten damals das Tal ab und stauten riesige Wassermassen
auf. Einen solchen Bergsturz gab es auch in unserem Tal (bei
Wöhr). Der Pfitscherbach staute sich in der Folge zu einem
großen See auf, der im Laufe der Jahrhunderte auch mehrmals
ausgebrochen sein dürfte (Thurner Haus). In den 20er Jahren
unseres Jh. wurde durch eine Staumauer an der Wöhr wieder
ein künstlicher See geschaffen, allerdings viel kleiner.
Sehenswürdigkeiten:
Wiesen: Die Pfarrkirche ist dem Hl. Kreuz geweiht und wird bereits
1337 erstmals erwähnt. Der heutige Bau stammt aus dem Jahre
1514. Das Innere wurde 1827-30 entgotisiert und in die barocke
Form umgestaltet. Eine besondere Kostbarkeit ist der spätromanische
Christus aus der 2. Hälfte des 13 Jh. Als Stifterfigur
der Pfarrkirche wird der Burgherr Leonhard Pfarrkircher angeführt,
er ist mit seinem Wappen im Fenster als Glasgemälde dargestellt.
Die Altarbilder sowie auch die Deckenfresken stammen von Josef
Renzler (1827). Der Friedhof wurde im Jahre 1970 erweitert.
Die achteckige Heilig-Grab-Kapelle rund 1 km vor dem Dorf
ließ im Jahre 1681 Daniel von Elzenbaum zu Wiesenheim
erbauen. (geschlossen)
Weitere Kapellen gibt es in Schmuders und in Afens.
Wissenswertes
vom Dorf:
Schulhaus: östlich der Kirche, regelmäßigen
Unterricht gibt es seit dem Jahre 1787, der Standort wechselte
öfters, (Widum, Gemeinde usw.) bis dieser Bau Anfang der
60er Jahre entstand.
Er beherbergt die Grundschule, daneben befindet sich das neuerbaute
Haus der Dorfgemeinschaft und der Kindergarten. In Pfitsch stehen
einige Volksschulgebäude.
Schloß Moos: es zählt zu den ältesten Gebäuden
des Dorfes. Um 1300 bestand dort ein Turm, den die Geizkofler
um 1600 zum heutigen Schloß umbauten. Es beherbergte früher
einmal eine landwirtschaftliche Schule, heute dient es als Altersheim
(ca. 80 Personen)
Wiesenheim: auch eines der ältesten Gebäude, errichtet
um 1600 von den Herren von Elzenbaum ( Hl. Grab Kapelle auch),
es dient heute noch als landwirtschaftliches. Wohngebäude.
Thurner Haus: es ist auch eines der ältesten, hat sehr
dicke Mauern, überstand als eines der wenigen die Ausbrüche
des Pfitscher Sees. Es soll früher einmal etwas tiefer
gestanden haben.
Flains: Kapelle zum Hl. Johannes des Täufers, erbaut im
spätgotischen Stil mit Flügelaltar. (Schlüssel
bei Baur Johann, Flains, Haus Nr. 205).
Schmuders: Muttergotteskapelle erbaut um 1850, (Schlüssel
beim Saxerhof in Schmuders, Haus Nr. 240)
Tulfer: Marienkapelle erbaut um 1675 von Michael Häusler,
(Schlüssel bei Nitz Regina in Tulfer, Haus Nr. 263)
Rettung des Dorfes Wiesen aus der großen Überschwemmungsgefahr
(Schlüssel bei Gasthof Simeler, Afens).
Kematen: die neue Kirche ist mit der alten zusammengebaut, (der
Turm steht in der Mitte, 14. Jh.), ganztägig geöffnet.
St. Jakob: Alte Pfarrkirche mit Holzornamenten am Kirchentor
(geschlossen)
Die neue gotische Kirche ist dem Hl. Jakobus geweiht (ganztägig
geöffnet).
Biotope:
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Verlandungsau des Pfitscher Stausees
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Sanderau bei St. Jakob
Naturdenkmäler:
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3 Nußbäume bei Flains (1100 m)
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Quellmoor bei Schloß Moos
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Tropfsteinquelle im Burgumertal
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Altarm des Pfitscherbaches bei Burgum
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Wasserfall des Unterbergbaches
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Bergseen am Pfitscher Joch
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Mineralienvorkommen im "Gliedergang"
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